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Neues Schloss Meersburg
Bischöfliche Barockresidenz am Ufer des Bodensees
Neues Schloss Meersburg, Ausstellung, Plakat

Rückkehr in neuer FormChinesische Porzellanfiguren im 3D-Druck

Vier kostbare chinesische Porzellanfiguren mussten vor einiger Zeit ihren Platz im Neuen Schloss Meersburg verlassen. Denn die Kunstwerke sind empfindlich und wurden zu ihrem eigenen Schutz eingelagert. Nun können sie wieder gezeigt werden – als Repliken, hergestellt im 3D-Druckverfahren.

Neues Schloss Meersburg, innen, Porzellankabinett, Spiegel mit Figuren

Die besonderen Porzellanfiguren geben dem Spiegel einen kunstvollen Rahmen.

Zum Schutz der wertvollen Kunstwerke

Figuren der taoistischen Unsterblichen Cao Guojiu, Zhaongli Quan, Lü Dongbin und Shouxing Laoren waren bis vor einigen Jahren Teil des Porzellankabinetts im Neuen Schloss Meersburg. Die Bildwerke sind kunstvoll gearbeitete Stücke aus dem frühen 18. Jahrhundert und dokumentierten die Sammelleidenschaft im Barock. Doch die klimatischen Bedingungen im Schloss gefährdeten die kostbaren Porzellanfiguren. Zu ihrem Schutz wurden sie daher aus dem Kabinett entnommen und sicher im Depot eingelagert. 

Neues Schloss Meersburg, Detail, 3D-Replika einer Porzellanfigur

Der 3D-Druck ermöglicht exakte Kopien.

Neue Methode

Lange beschäftigten sich die Expertinnen und Experten der Staatlichen Schlösser und Gärten mit der Frage, wie man die besonderen Figuren den Besucherinnen und Besuchern weiterhin im Neuen Schloss Meersburg zeigen kann – im 3D-Druckverfahren fand man schließlich die Antwort. In enger Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Unternehmen Studio Blaupause entwickelte man eine innovative Lösung. Das Team umfasst Experteninnen und Experten in Herstellung von 3D-Drucken und der Arbeit mit Bildender Kunst.

Neues Schloss Meersburg, Detail, 3D-Figur im Porzellankabinett

Die detailgetreuen Nachbildungen spiegeln die Schönheit der Figuren exakt wider.

Täuschend echt

Bevor die originalen chinesischen Figuren mit einem hochauflösenden Strukturlichtscanner erfasst wurden, unternahm man Testläufe an Dummies. Nach Erprobung wurde das Verfahren an den originalen Kunstwerken durchgeführt. Beim anschließenden 3D-Druck entstanden dann vier Repliken, die den Porzellanfiguren bis ins Detail gleichen und nur von Expertinnen und Experten unterschieden werden können. Die Figuren sind aus ASB-ähnlichem Photopolymer gefertigt und zieren nun das Porzellankabinett im Schloss. 

Neues Schloss Meersburg, Detail, 3D-Figur im Porzellankabinett

Der 3D-Druck ermöglicht es, Repliken sensibler Kunstgegenstände anzufertigen.

Moderne Technik schafft neue Möglichkeiten

Die detailgetreuen Nachbildungen im 3D-Druckverfahren ermöglichten die Rückkehr der Kunstwerke ins Neue Schloss Meersburg. Das Projekt hat einen wegweisenden Charakter: Es zeigt auf, wie moderne Technik bei der Präsentation historischer Kunstwerke helfen kann – und zugleich die originalen Werke vor schädlichen Klima- und Lichtbedingungen geschützt werden können. So kann die Schönheit wertvoller Stücke auch weiterhin der Öffentlichkeit gezeigt werden, wenn die ursprünglichen Werke besonderen Schutz bedürfen.